Brandon Jones

Brandon Jones und ich haben einiges gemeinsam - wir sind beide selbsternannte „Sex Machines“, keine großen Freunde von Einläufen und gehen mit Herz (und Arsch!) unseren Berufungen nach. Ein enthüllendes Interview mit dem kanadischen Pornostar.
 
Als mich VANGARDIST mit der Mission beauftragte, den jungen Wahlkanadier im Rahmen von „Let‘s Talk About Porn“ zu interviewen, musste ich natürlich ausgiebige Recherche-Arbeit betreiben. Schlaflose Nächte habe ich damit verbracht, mir zahlreiche von Brandons Streifen anzusehen (ach, ich mag meinen Beruf!) und befand mich im Glauben, den Pornodarsteller nun in- und auswendig zu kennen. Doch weit gefehlt! Im gemeinsamen Interview spricht der ehemalige Eiskunstläufer über seinen Werdegang, die kürzliche Trennung von Pornostar Adrian Long und seine Definition von „Vertrauen“ in der Pornowelt.
 
1. Hi, Brandon! Ich beginne unser Interview mal mit der Standardfrage: Wie (und wann) hast du in der Pornoindustrie angefangen?
Brandon Jones: Seit ich mit 11 oder 12 meinen ersten Porno gesehen habe, wollte ich in der Industrie arbeiten. Ich sah das Selbstbewusstsein der Schauspieler und war fasziniert von der Tatsache, dass es mich geil machte, ihnen beim Sex zuzusehen. Als die passende Zeit in meinem Leben gekommen war, habe ich mich für die Webseite squirtz.com aus Montreal beworben. Es war wunderbar! Der Kamermann der Webseite hat auch für Cocky Boys gearbeitet, also habe ich dann zwei Szenen mit denen gemacht. Der richtig große Sprung gelang mir, als Lucas Entertainment mich für drei Filme gecastet hat, die sie in Montreal drehten. Ich habe mich mit dem Produktionsteam so gut verstanden, dass das zum Anfang einer langen Zusammenarbeit wurde.
 
2. Gibt es für dich als Pornodarsteller gewisse Fetische oder ähnliches, die du nie praktizieren würdest? Wo ziehst du deine Grenzen?
Brandon: Ich habe sowohl in meinem Privatleben, als auch in Pornos nur Safe Sex. Sogar die Szenen, die ich mit meinem damaligen Freund Adrian Long gedreht habe, waren safe. Was Fetische betrifft, finde ich Bondage ziemlich anziehend. Ich stehe nicht wirklich auf Natursekt, aber es würde mich nicht stören, das in einem Porno zu machen. Ich habe es geliebt, Dildo-Szenen zu drehen, aber ich würde mir nie einen Einlauf geben lassen oder was mit diesen Röhren machen, wo die Leute ihre Penisse reinstecken. Ewwww.
 
3. Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend sein kann, Sex-Szenen zu drehen. Was tust du, wenn du ... „nicht in der Stimmung“ bist?
Brandon: Ich bin eigentlich eine ziemliche Sex Machine. Ich mag Sex am Tag, in der Nacht, am Nachmittag - jederzeit! Ein kleiner Funke genügt, um mein Feuer zu entdachen. Was das Drehen betrifft, bin ich eigentlich auch immer in der Stimmung. Es ist so ein spaßiger Prozess und wir versuchen, nicht nur Sex zu haben, sondern eine Szene hinzubekommen, die auch optisch ansprechend ist. Die einzigen Szenen, an denen ich weniger Spaß hatte, waren die mit den „Gay for Pay“-Boys. Ich fantasiere nicht wirklich über Heteros - ich möchte, dass der Typ meinen Arsch wirklich geil findet und nicht nur so tut. Ich hasse Faker.
 
4. Eine Freundin von mir hat mal einen Gynäkologen gedatet. Es hat mich immer gewundert, dass er den ganzen Tag lang Vaginen ansehen, und die Vagina meiner Freundin am Abend immer noch geil finden kann. Fühlt sich Sex für dich je wie „Arbeit“ an?
Brandon: Sex bietet mir die unglaubliche Möglichkeit, eine Verbindung mit jemandem aufzubauen - ob das nun in der Arbeit oder im Privatleben ist, macht für mich keinen Unterschied. Mir wird nicht langweilig, ich will immer mehr - neue Techniken kennenlernen, neue Bewegungen, neue Fetische. Jeder Mensch ist in dieser Hinsicht anders und man kann diese Eigenheiten nur herausfinden, wenn man Sex mit ihm hat. Ich verbinde gerne Psychoanalyse mit Sexualität, also wenn ich jemanden ficke ist das so, als würde er mir eine Geschichte über sich erzählen. Und davon wird mir nie langweilig. Die Büchse der Pandora wurde geöffnet und ich bin sexueller als je zuvor.


5. Welchem Beruf würdest du nachgehen, wenn du kein Pornodarsteller wärst?
Brandon: Ich habe auch ein ganz normales Leben, das mir dabei hilft, am Boden der Tatsachen zu bleiben. Ich bin seit vier Jahren Flugbegleiter. Ich lebe das Leben, das ich schon immer haben wollte und bewahre eine gute Balance. Reisen und Sex ist alles, was ich je wollte. In letzter Zeit sammle ich auch immer mehr Erfahrungen hinter der Kamera, weil ich seit 10 Monaten Regisseur für Lucas Entertainment bin. Ich habe in Montreal eine Filmfirma mit zwei meiner besten Freundinnen, Miss Mike und Cameron, einem hinreißenden lesbischen Pärchen, gegründet. Ich bin Michael Lucas so dankbar, dass er uns in der Hinsicht vertraut und uns die Chance gibt, unsere Kreativität auf diese Weise umzusetzen.
 
6. Dein Freund, Adrian Long, ist auch Pornostar. Ich kann mir vorstellen, dass es in solch einer Beziehung superwichtig ist, einander zu vertrauen. Wie definierst du „Vertrauen“?
Brandon: Leider haben Adrian und ich vor Kurzem unsere zweijährige Beziehung beendet. Aber ja, Vertrauen ist sehr wichtig in jeder offenen Beziehung. Man muss nicht nur dem anderen, sondern auch sich selbst Vertrauen schenken. Man muss Grenzen ziehen und sich daran halten. Ich bin jemand, der jedem vertraut und manchmal deswegen verletzt wird.
 
7. Bist du je eifersüchtig geworden?
Brandon: Ja, das bin ich, besonders in dieser vergangenen Beziehung mit Adrian. Ich weiß nicht, wie es so weit kommen konnte, aber irgendwie wurde der Film-Sex, den wir mit anderen Leuten hatte, zu einem kleinen Wettbewerb zwischen uns. Das nächste Mal werde ich wohl keinen Pornostar mehr daten, denn Eifersucht sollte kein Teil einer Liebesbeziehung sein. Umgekehrt glaube ich aber auch, dass viele Leute, die über Pornos urteilen, einfach eifersüchtig sind, dass wir so offen und hemmunsglos mit unserer Sexualität experimentieren können.
 
8. Gab es gewisse Regeln zwischen dir und Adrian, um euer Privat- und Berufsleben besser trennen zu können?
Brandon: Adrian und ich wurden von Anfang an als Power-Couple der Pornoindustrie vermarktet, also hatten wir nicht wirklich die Gelegenheit, uns bei den Fans als Einzelpersonen zu etablieren. Vielleicht werde ich eines Tages wieder jemanden aus der Industrie daten können, aber im Moment möchte ich mich einfach auf mich und meine Arbeit konzentrieren. Mein Ratschlag für Paare in der Pornoindustrie ist, einander zu lieben, weil ihr das auch tatsächlich tut und nicht, um andere damit glücklich zu machen.


9. Hattest du mehr Spaß, abseits der Kamera mit Adrian Sex zu haben, oder war das für dich ein und dasselbe?
Brandon: Natürlich war es mir abseits der Kamera lieber. Wir haben aber selbst in unserem Privatleben nicht „Liebe gemacht“. Ich bin nicht der Typ Mensch, dem man ein „Ich liebe dich!“ ins Ohr hauchen kann, während man ihn fickt. Adrian und ich hatten eine intensive sexuelle Bindung. Er wird immer einer der Männer bleiben, mit denen ich die beste sexuelle Chemie hatte.
 
10. Ich habe gehört, dass sich viele Pornodarsteller oftmals weniger wie Individuen und mehr wie Requisiten vorkommen, wenn sie eine Szene drehen. Würdest du sagen, dass das zutrifft?
Brandon: Für mich persönlich trifft das überhaupt nicht zu. Es kommt immer auf den Regisseur an. Viele sind gelangweilt, ein bisschen älter und haben nicht mehr dieses Funkeln in den Augen, wenn sie einen Porno. Dann fühlt man sich tatsächlich wie ein Requisit, aber es bleibt einem in solch einer Situation selbst überlassen, sich auf seinen Partner zu konzentrieren und so sexy wie möglich zu sein.
 
11. Was waren die schlimmste Erfahrung, die du bisher in der Pornoindustrie gemacht hast?
Brandon: Die schlimmste Erfahrung war eine Szene für Cocky Boys mit Rick Nolan - einem von diesen „Gay for Pay“-Typen, von denen ich vorher sprach. Er ist ein Hetero, der nur wegen dem Geld mitmachte und sah sich auf seinem iPhone Bilder von Titten an, während er meinen Arsch fickte. Ich hasse es mit Leuten zu drehen, die nur wegen dem Geld in der Industrie sind. Es ist ein Schlag ins Gesicht für die, die den Beruf ernst nehmen und mit Herz...und Arsch...bei der Sache sind.
 
12. Und was war die beste Erfahrung?
Brandon: Ich hatte die Möglichkeit mit Mr. Pam zu arbeiten und eine wunderbare Freundschaft mit ihr zu entwickeln. Sie kam nach Montreal, um ihre letzten Filme für Lucas Entertainment zu drehen und wir machten gemeinsam auch meinen ersten Film, „Open Bar“. Meine Szene spielt in einer Bar, in die ich auch so wirklich gerne gehe und ich durfte mit dem Hottie Edji DaSilva drehen, in den ich ohnehin ein bisschen verknallt war. Wir haben eigentlich keinen Porno gedreht, sondern nur phänomenalen Sex gehabt, während zufällig ein Kamerateam dabei war. Hahaha.
 
13. Was hast du auf deinem bisherigen Weg gelernt?
Brandon: Bleibe dir selbst treu - sei stolz auf dich und das, was du tust. Ich habe gelernt, dass Ehrlichkeit einen sehr weit bringen kann. Meine Eltern, Freunde und Kollegen wissen alle, dass ich in der Pornoindustrie bin, weil das schon immer mein Traum war. Ich bin ein professioneller Typ, ich habe Ziele, die ich erreichten möchte, ich habe weder Geld-, noch Drogenprobleme - ich bin einfach ein extrem sexuelles Wesen, das seine Träume auslebt.
14. In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass viele Pornostars auch im Mainstream erfolgreich sind, und zum Beispielen Rollen in Filmen jenseits der Pornographie bekommen. Ist das ein Ziel, dass du auch verfolgst?
Brandon: Ich konzentriere mich auf meine Arbeit hinter den Kulissen. Ich arbeite gerade an einem neuen Projekt mit meinen Lesben, in dem wir Pornographie, homoerotische Bilder, Mode und Musik vereinen. Ich hätte auch gerne eine Reality Show, um der Welt zu zu zeigen, dass die Porno-Industrie voll von Models und professionellen Arbeitern ist, die über reichlich Ambition und Kreativität verfügen.
 
15. Hast du abschließend noch einen Ratschlag (sei er nun über Leben, Liebe oder Lust) für unsere Leser?
Brandon: Genieße dein Leben in vollen Zügen, schwelge nicht in der Vergangenheit, sei du selbst, nutze deine Chancen und vergiss deine Unsicherheiten. Das Leben ist wunderschön, also - los! Lebe es!
 
 
Hier geht es zum Interview mit Brandons Partner: Let's talk about Porn: Adrian Long

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen